Immer mehr Demenzerkrankte in Berlin

GeWINO: Zweiter Pflegereport Nordost jetzt erschienen. Rund 61 Prozent aller über 60-jährigen bei AOK Nordost Versicherten, die an Demenz erkrankt sind und in Berlin leben, werden zu Hause gepflegt.

BildDas belegt der zweite Pflegereport des Gesundheitswissenschaftlichen Instituts Nordost (GeWINO) der AOK Nordost. Damit stieg der Anteil zwischen 2011 und 2015 um 4,8 Prozent. Gleichzeitig zeigt der zweite Pflegereport, dass 2015 fast jeder dritte Demenzkranke noch keine Pflegestufe hatte. So ist in den drei Ländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern von 2011 bis 2015 im Schnitt nur ein geringer Anstieg um 0,7 auf 69,7 Prozent des Anteils von Demenzkranken mit Pflegestufe zu erkennen.

Die auf AOK-Abrechnungsdaten erkennbare Demenzquote bei 60+-Jährigen lag in der Nordostregion 2015 bei 14,6 Prozent und ist innerhalb von fünf Jahren um 1,8 Prozent gestiegen. Das Land Berlin hat mit 13 Prozent die geringste Demenzquote im Vergleich der drei Nordostländer. Der Anteil der Demenzkranken steigerte sich hier in fünf Jahren nur um ein Prozent. Die Demenzquote (2015) variierte zwischen den Berliner Prognoseräumen zwischen 7,8 Prozent in Friedenau und 21,1 Prozent in Berlin-Buch. Im Berliner Nordwesten und Süden waren die betrachteten AOK Nordost-Versicherten seltener an Demenz erkrankt als in anderen Bezirken.
“Mit Einführung der Pflegegrade im Jahr 2017 ist mit einem deutlichen Anstieg der Demenzkranken mit Pflegegrad zu rechnen. Erstaunlich ist, dass 63,3 Prozent der 60+-jährigen AOK Nordost-Versicherten mit Demenz und Pflegestufe 2015 in der eigenen Häuslichkeit gepflegt wurden. Seit 2011 ist dieser Anteil bereits um 4,4 Prozent gestiegen und wird in 2017 weiter steigen. Daraus ergibt sich eine erhebliche Herausforderung für die die pflegenden Angehörigen und natürlich Fachkräfte und”, so GeWINO-Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Thomas P. Zahn.
Die kleinräumige Analyse sowie Prognose von Bedarf und Angebot ist eine wesentliche Voraussetzung für eine effektive Sozialplanung der Kommunen und eine umfassende pflegerische Versorgung durch die Pflegekassen. Doch gerade für die kleinräumige Planung innerhalb von Gemeinden oder Ämtern fehlten bisher in der Nordostregion belastbare Daten zur Häufigkeit von Demenzerkrankungen und zur Inanspruchnahme von Leistungen der Pflegeversicherung. Die Lücke schließt der Zweite Pflegereport Nordost und die 2016 durch das GeWINO gestartete Online-Bereitstellung von Pflegestrukturkennzahlen auf Gemeinde- bzw. Berliner-Bezirksraum-Ebene für die Sozialplaner der Kommunen (SAHRA).

“Die AOK Nordost stellt sich als Partner der Regionen den Herausforderungen des demografischen Wandels. Zum einen ermöglichen wir den Kommunen, unsere GeWINO-Forschungsdatenbasis über die SAHRA Analyseplattform auch für die Planung im Sozialleistungsbereich durch öffentliche Stellen zu nutzen”, sagt Prof. Zahn. Als Konsortialführer im SAHRA-Projekt erarbeitet das Institut gemeinsam mit kommunalen Sozialplanern der Landkreise in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern aussagekräftige Pflegestrukturkennzahlen und stellt sie den Sozialplanern datenschutzgerecht mit individuellen Möglichkeiten zur Tiefen- und Ursachenanalyse zur Verfügung. Auch in der urbanen Pflegestrukturplanung und -förderung arbeitet die AOK Nordost in mehreren Initiativen mit den Großstädten, wie dem Sozialdezernat der Stadt Rostock und dem Berliner Senat, zusammen. “Die AOK Nordost und ihr Gesundheitswissenschaftliches Institut sehen sich in der Pflicht, eng mit den Kommunen zusammen zu arbeiten und innovative Versorgungsformen, auch mit den Mitteln des Innovationsfonds, zu entwickeln und zu testen”, erläutert Prof. Zahn abschließend.

Die AOK Nordost hat in den letzten Jahren viele Programme zur Unterstützung von Demenzkranken und ihren Angehörigen eingeführt sowie kontinuierlich bedarfsgerecht angepasst. Dazu zählen das Angebot “PfiFf – Pflege in Familien fördern”, die Weiterbildung von Pflegekräften zu Demenzexperten im Krankenhaus, die fast 70 regionalen Pflegestützpunkte und die neue AOK Nordost Pflege-Akademie. Die aktuelle Version des zweiten Pflegereports Nordost ist unter www.gewino.de kostenlos verfügbar.

Über:

GeWINO – Gesundheitswissenschaftliches Institut Nordost
Herr Prof. Dr.-Ing. Thomas P. Zahn
Wilhelmstraße 1
10963 Berlin
Deutschland

fon ..: 01520-8604784
fax ..: 0800 265080-22160
web ..: http://www.gewino.de
email : sven-david.mueller@nordost.aok.de

Sie können diese Pressemitteilung – auch in geänderter oder gekürzter Form – mit Quelllink auf unsere Homepage auf Ihrer Webseite kostenlos verwenden.

Pressekontakt:

GeWINO – Gesundheitswissenschaftliches Institut Nordost
Herr Prof. Dr.-Ing. Thomas P Zahn
Wilhelmstraße 1
10963 Berlin

fon ..: 01520-8604784
web ..: http://www.gewino.de
email : tp_gewino@nordost.aok.de

Similar posts

Kategorien

Codex Humanus