Die Industrie lädt DNV GL dazu ein, Risikobewertung für kleinere LNG-Bunkerungs- und Tankanlagen durchzuführen

Um die Folgen einer unbeabsichtigten Freisetzung von verflüssigtem Erdgas (LNG) besser zu verstehen, wurde DNV GL dazu aufgefordert, ein gemeinsames Industrieprojekt ins Leben zu rufen.

Dieses wird in Zusammenarbeit mit E&P-Unternehmen und LNG-Marktakteuren durchgeführt. Das gemeinsame Industrieprojekt wird zur Entwicklung strenger Sicherheitsstandards und Leitlinien für kleinere LNG-Bunkerungs- und Tankanlagen beitragen. Andere E&P- und Energieunternehmen können sich auch zu einem späteren Zeitpunkt am Projekt beteiligen.

Der LNG-Sektor entwickelt sich weiter: von großen Hochseeschiffen sowie großen Bebunkerungs- und Regasifizierungsanlagen hin zu kleineren Anlagen, die Treibstoff für den Straßenverkehr bereitstellen und zu kleineren Seeschiffen. LNG ist ein attraktiver Treibstoff, da er weniger Emissionen freisetzt, ein geringes Lärmniveau verursacht und im Vergleich zu anderen konventionellen Bunkertreibstoffen wie Marinegasöl zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten wird.

DNV GL hat bereits Schritte unternommen, um die LNG-Bebunkerungsvorgänge zu harmonisieren und zu diesem Zweck den Leitfaden “Recommended Practice for Development and Operation of LNG Bunkering Facilities” herausgegeben, der dazu dienen soll, sichere und effiziente LNG-Bunkerungen zu gewährleisten.

Trotz des gut etablierten, für große Mengen angelegten LNG-Marktes gibt es bei der Entwicklung des LNG-Sektors für kleinere Anlagen noch einige Herausforderungen zu bewältigen, die zum Beispiel das Qualitätsmanagement, Materialangaben, Methoden zur Messung und Probeentnahme, den Bedarf an Sicherheitsstandards und die Erstellung von Leitlinien betreffen. Um diese Herausforderungen zu lösen arbeiten die Regulierungsbehörden einiger europäischer Länder wie z. B. die Niederlande und das Vereinigte Königreich an Standards für sicheres Design, Standortwahl, Bau, Inbetriebnahme und Betrieb der LNG-Tankanlagen.

“Die Modellierungsgemeinschaft in Europa und die Experten für Risikobewertung sind sich nicht sicher, wie gut die Werkzeuge für die Prognose des Verhaltens von LNG im Falle einer unabsichtlichen Freisetzung sind. Aus diesem Grund hat DNV GL sich mit Industriepartnern zusammengeschlossen, um verschiedene realistische Störfall-Szenarien in kleineren LNG-Bunkerung- und Tankanlagen in unserem Spadeadam-Testzentrum im Vereinigten Königreich zu simulieren. Dies wird uns wertvolle Ergebnisse und Daten liefern, um gut geprüfte und zugelassene Modelle zu erstellen, die das Verhalten von LNG bei jeder Art von Störfall genau vorhersagen können”, berichtet Mohammad Ahmad, Projektmanager, DNV GL.

“Dieses gemeinschaftliche Industrieprojekt wird zur Entwicklung strenger Sicherheitsstandards und Leitlinien für kleinere LNG-Bunkerungs- und Tankanlagen beitragen”, fügt Ahmad hinzu.

Díe Versuchsreihe in Spadeadam wird dazu dienen, Daten zu sammeln und das Verhalten von LNG bei einem Störfall (Durchlöcherung oder Beschädigung des Umfüllschlauchs oder Leck an Lagertanks) zu verstehen (Auswirkungen von Auslaufen, Verdampfen, Dispersion und Entflammen des LNG). Das experimentelle Programm sieht auch demonstrative Testserien vor, die notwendig sind, um bestimmte größere Gefahren und Risiken mengenmäßig zu bestimmen. Das Projekt wird deshalb die Informationen bereitstellen, die benötigt werden, um eine quantitative Risikobewertung durchführen zu können.

“Der Beitrag von DNV GL zum sicheren Aufbau einer “small-scale” LNG-Infrastruktur und -Industrie hat angefangen mit der Entwicklung der ISO-Richtlinie für das Bunkern mit LNG. Diese wurde weitergeführt durch die Erstellung der ,Recommended Practice for Development and Operation of LNG Bunkering Facilities’ und ist mit diesem Versuchsprogramm sicherlich noch nicht abgeschlossen” so Jan Tellkamp, DNV GL Deutschland.

“Es ist wichtig, Vorgehensweisen, wie in den “Recommended Practices” beschrieben, sowie die notwendigen Berechnungswerkzeuge, welche mittels der Versuchsreihen weiterentwickelt werden, richtig einzusetzen, um Sicherheit und somit Wirtschaftlichkeit der entstehenden Industrie zu gewährleisten”, so Tellkamp abschließend.

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